Gemüse- & Weinbau

Im Folgenden möchten wir dir einige Einblicke in unseren Gemüse- und Weinbau auf unserer Solawi HazelsFarm geben; welche Anbaumethoden wir verwenden und nach welchen Prinzipien wir uns richten.

Unser Gemüse

HazelsFarm ist zwar nicht offiziell bio-zertifiziert, wir richten uns im Anbau unseres Gemüses für unsere Solawi aber dennoch nach den Prinzipien der biologischen Landwirtschaft und kombinieren sie mit Ansätzen des Market Gardenings, der Permakultur und dem Mischkulturanbau. Wir achten zudem besonders auf boden- und ressourcenschonende Anbaumethoden.

Auf unseren Beeten setzen wir bei der Gemüseauswahl vermehrt auf Besonderheiten & Spezialitäten, die einem eher selten im Supermarkt begegnen und Klassiker in spezieller Farbgebung, wie z.B. Regenbogen-Mangold oder lilafarbenen Rosenkohl.

Gerne bauen wir auch alte und in Vergessenheit geratene Gemüsesorten an, wie z.B. Kerbelrübe und Haferwurz oder experimentieren mit traditionellen Regionalsorten.

Mehr zu unseren Anbauprinzipien erfährst du im Folgenden:

Auf HazelsFarm verwenden wir keinerlei Pestizide/Fungizide. Stattdessen setzen wir auf Mischkultur, Kulturschutznetze und natürliche Schädlingsabwehr wie z.B. Pflanzenjauchen. Bei der Mischkultur werden  unterschiedliche Gemüsekulturen, Kräuter und Blühpflanzen nebeneinander angebaut, um positive Wechselwirkungen auszunutzen. Schädlinge werden so vermindert und das Pflanzenwachstum gestärkt. Kulturschutznetze dienen dem Schutz des Gemüses, indem sie Schädlinge von den Pflanzen abhalten.

Wir verwenden keine Kunstdünger, sondern ausschließlich natürlichen organischen und mineralischen Dünger: Selber hergestellten Kompost u.a. auch von unserer Komposttoilette (keine Sorge, dieser reift im Thermokomposter über lange Zeit, bevor er auf die Beete gelangt), Pferdemist aus der Nachbarschaft, Hühnermist von unseren Hühnern, Gründüngung, Hornspäne, Gesteinsmehl, Brennesseljauche, Mulch etc.

Auf HazelsFarm nutzen wir ausschließlich biologisches und in der Regel auch nachbaufähiges Saatgut (hauptsächlich von Bingenheimer Saatgut).

Nachbaufähiges Saatgut – auch samenfestes Saatgut genannt – kennzeichnet sich dadurch aus, dass aus der angebauten Pflanze Saatgut gewonnen werden kann, welches bei erneuter Aussaat wieder Pflanzen mit denselben Eigenschaften erzeugt. Dieser Kreislauf von Aussaat, Ernte, Selektion eines Teils der Pflanzen mit anschließender Saatgutgewinnung und erneuter Aussat im nächsten Jahr usw. ist nur mit nachbaufähigem Saatgut möglich. 

Statt nachbaufähigem Saatgut wird in der industriellen Landwirtschaft heutzutage hauptsächlich Hybrid-Saatgut (gekennzeichnet durch “F1” oder “Hybrid” in der Sortenbezeichnung) verwendet, bei dem die natürliche Vermehrung so nicht mehr möglich ist. Die Anzahl an Hybridsorten auf dem Markt ist stark begrenzt, mit starkem Fokus auf Ertrag statt Geschmack. Dadurch gibt es in den Supermärkten fast nur noch Einheitssorten – egal in welcher Region wir uns befinden. Die (regionale) Sortenvielfalt ist dadurch immer stärker rückläufig. 

Die Verwendung nachbaufähigen Saatgutes ist daher von besonderer Wichtigkeit für den Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt (Agrobiodiversität). Denn eine große Sorten- und besonders genetische Vielfalt trägt besonders in Zeiten des Klimawandels zu einer verbesserten Resilienz bei sich ändernden Klimaverhältnissen bei.

Viele der von uns verwendeten Sorten stammen zudem aus ökologischer Züchtung, d.h. statt das Saatgut „nur“ biologisch zu vermehren, wurden die Sorten speziell für den Bio-Anbau gezüchtet. Teilweise nutzen wir auch eigens vermehrtes Saatgut.

Wir setzen auf Fruchtfolgen und Fruchtwechsel nach dem Prinzip der Vierfelderwirtschaft: Auf Starkzehrer im ersten Jahr folgen Mittelzehrer, Schwachzehrer und im vierten Jahr eine Anbaupause mit Gründüngung.

In ground we trust – Bei der Bearbeitung unserer Beete setzen wir auf bodenschonende Handarbeit und richten uns nach der no-dig Methode, d.h. wir graben so wenig wie möglich um. 

Allein bei der Neuanlage von Beeten auf unseren Wiesenflächen kommt unsere Motorhacke mit kleinem Pflug zum Einsatz, um die Grasnabe aufzubrechen. Danach versuchen wir so wenig wie möglich umzugraben, denn dies schadet der Bodenstruktur und den Bodenlebewesen und holt Beikrautsamen an die Oberfläche. Stattdessen setzen wir auf oberflächliches Hacken, Gründüngung, Kompost, Mist und Mulch. Dies nährt den Boden, verbessert sein Wasserspeichervermögen und schafft eine feinkrümelige Oberfläche.

Für die Bewässerung unserer Beete sammeln wir Regenwasser von unseren Schuppendächern in Tanks und leiten sie per automatischer Tröpfchenbewässerung auf unsere Beete.

Gemüseangebot HazelsFarm
Mischkultur mit Kräutern und Gemüse auf HazelsFarm

Unser Wein

Neben Gemüse bauen wir auf HazelsFarm seit 2019 auf etwa 500qm auch Wein an. Die steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels, machen den Weinanbau auch in nördlicheren Lagen möglich. Für unser Pilot-Projekt nutzen wir sogenannte PIWI-Reben. Es handelt sich dabei um pilzwiderstandsfähige Reben, die sich gut für den ökologischen Anbau eignen. Gekeltert haben wir unseren ersten Wein bisher noch nicht, da sich die Reben noch in der Anwuchsphase befinden.

 

Wir experimentieren mit folgenden Rebsorten:

Rotwein: Regent
Weißwein: Cabernet blanc
Weinanbau auf HazelsFarm in Hildesheim